Didis Finanzblog - Heute: Gibt es auf die Fresse!

Heute erfährst Du, warum ich gerade auf dieses Thema an einem Sonntag gekommen bin und warum es immer wichtiger wird, sich in der heutigen Zeit clever abzusichern. Gegen die Idioten, Krawallmacher und Spinner! Also: Was guckst Du?

Wir sind heute beim UFC ? Ultimate Fighting Championchip in der Barkley Arena Hamburg. Unter UFC versteht man mixed martial arts Kämpfe in einem Octagon. Eine Runde dauert fünf Minuten, die Rundenpause beträgt eine Minute. Grundsätzlich geht ein Kampf über drei Runden, Titelkämpfe über fünf. Gekämpft wird in unterschiedlichen Stilen wie z.B. Judo und Muay Thai, Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu etc.

Großartige Veranstaltung! Beim schauen der Kämpfe kam mir ein Gedanke. Hier haben wir es mit professionellen Kampfsportlern zu tun und es gibt Regeln. Was aber wenn einer meiner Kunden ein Opfer einer Gewaltstraftat wird? Ohne Regeln! Was kommt auf denjenigen zu? Wie kann er sich gegen die finanziellen Folgen absichern? Gibt es da überhaupt Möglichkeiten? Man hört ja immer dass der Täter mehr geschützt wird als das Opfer?

Schauen wir erst einmal auf die Haftpflichtversicherung:

Versicherte Gefahr bei einer Haftpflichtversicherung ist Fahrlässigkeit evtl. auch grobe Fahrlässigkeit, aber niemals Vorsatz. Da eine Schlägerei grundsätzlich vorsätzlich begangen wird besteht keinerlei Versicherungsschutz. Der Schädiger haftet in so einem Fall mit seinem gesamten auch zukünftigen ? pfändbaren ? Privatvermögen und mit seinem gesamten pfändbaren (auch zukünftigen) Einkommen bis zur vollständigen Bezahlung der Schuld. Dazu gehören neben den Sachschäden vor allem die Personenschäden inklusive Heilbehandlung, Wiederherstellung / Reha sowie Verdienstausfall. Auch eine eventuell lebenslange Rentenzahlung an den Geschädigten.

Was ist aber mit dem Opfer? Vor allem, wenn der Täter keine ?Kohle? hat und nicht zahlen kann? Dafür gibt es die Forderungsausfalldeckung: Die Forderungsausfalldeckung kauft quasi den Titel, den der Geschädigte vor Gericht gegen den Täter erwirkt hat ab. Denn bei der Forderungsausfalldeckung sind auch Schadensersatzansprüche versichert, denen eine vorsätzlich begangene Körperverletzung durch den dritten zu Grunde liegt. So heißt es zumindest im feinsten Versicherungsdeutsch.

Jetzt habe ich gerade von einem Titel geschrieben, den das Opfer benötigt. Aber wie bekommt man diesen? Dafür ist dann wiederrum die Rechtsschutzversicherung zuständig. Diese hat einen Baustein, der sich Opfer-Rechtsschutz nennt. Um die rechtlichen Interessen des Opfers wahrzunehmen, wenn das Opfer durch eine Gewaltstraftat eine schwere Verletzung zugefügt wurde. Dabei sind folgende Punkte versichert:

  • die Nebenklage vor einem deutschen Strafgericht
  • die Tätigkeit eines Anwalts Verletztenbeistand
  • den sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich nach § 46 a Ziffer 1 Strafgesetzbuch
  • bis zu fünf Vollstreckungsmaßnahmen, die innerhalb von 10 Jahren nach Rechtskraft eines Vollstreckungstitels gegen den bzw. die Täter eingeleitet werden.

Zu guter Letzt sollte das Opfer eine gute Unfallversicherung haben. Denn ? und das wissen die wenigsten ? eine Unfallversicherung zahlt auch (z.B. bei Brüchen und Bänderrissen ein Schmerzensgeld und bei stärkeren Verletzungen, wenn ein Invaliditätsgrad verbleibt, auch eine Einmalzahlung oder eine Unfallrente), wenn man vorsätzlich von jemanden verletzt wird.

Leider wird das Thema Gewalt ein immer größeres und eine Absicherung (zumindest finanziell) immer wichtiger. Die Kombination aus Privathaftpflicht-Premium, Rechtsschutz im privaten Bereich und einer Unfallversicherung kann euch eine Menge Kopfschmerzen ersparen, gerade nach solch einem Ereignis. Sprecht mich dazu gerne an.

So und nun werden wir uns wieder dieser fantastischen Veranstaltung zuwenden und hoffen auf spannende Kämpfe!

Euer Didi